Der Forschungsschwerpunkt
Der Schwerpunkt „Umweltfreundliche Nanomaterialien“ ist eine Entwicklung, die sich aus den zwei Forschungsgebieten „Nachhaltiges Chemikaliendesign“ und „Selektive Trenn- und Reaktionstechnik“ speist und deren Ergebnisse die Forschungsgebiete Biopolymere und Safe Soils befruchten. Methoden, wie die Ökotox-Testbatterie und die Mikroreaktionstechnik kommen bei der Erforschung der Wechselwirkungen von Nanomaterialien mit der Umwelt zum Einsatz. Mit Hilfe der Mikroreaktionstechnik werden Nanopartikel mit definierten Eigenschaften in wässrigen Lösungen hergestellt, deren Risiken mit Hilfe der unterschiedlichen Testsysteme der ökotoxikologischen Testbatterie abgeschätzt werden.
Die Forschungsgebiete
Das Forschungsgebiet „Nachhaltiges Chemikaliendesign“ zielt darauf ab, Nachhaltigkeitskriterien bereits in die Design- und Entwicklungsphase neuer Chemikalien einzubinden. Seit 2002 bearbeitet der Forschungsverbund das Thema am Beispiel der Ionischen Flüssigkeiten, einer Stoffklasse mit außergewöhnlichen Eigenschaften und zahlreichen technischen Anwendungsgebieten. Ionische Flüssigkeiten liegen im UFT in einer für einen Forschungsbetrieb vermutlich einzigartigen Variationsbreite vor.
Im Forschungsgebiet „Selektive Reaktions- und Trenntechnik“ werden neue Technologien zur Prozessintensivierung durch gezielte Reaktionsführung chemischer Prozesse weiterentwickelt sowie die Entwicklung von hochselektiven Trenntechniken vorangetrieben.
Im Forschungsgebiet „Biopolymere“ zielen die Aktivitäten auf die Nutzung von Polymeren aus natürlichen Ressourcen. Die Modellsubstanz Chitin/Chitosan, eine Biopolymergruppe, ist durch ihre physikochemischen und biologischen Eigenschaften für vielfältige Anwendungen interessant, z.B. als biozidfreie antimikrobielle Oberfläche.
Das Forschungsgebiet "Safe Soils" beschäftigt sich mit Böden als essenzieller Lebensgrundlage. Hier geht es zum einen um das grundlegende Verständnis von biotisch gesteuerten Prozessen in Böden und den daraus resultierenden ökosystemaren Leistungen, wie z.B. biogener Erosionsschutz, Bodenfruchtbarkeit, Carbonsequestrierung. Zum anderen interessieren die möglichen Risiken für diese Prozesse und die Entwicklung von Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und zur Remediation degradierter Böden. In von Desertifikation bedrohten Gebieten kommt der preisgekrönte ReviTec®-Ansatz in mehreren Projekten zur Anwendung.
Das Forschungsgebiet Nachhaltiges Wassermanagement vereint innovative technologische und biologische Ansätze. Die Umsetzung der im Labor entwickelten Innovationen verläuft über ein Upscaling im Technikum und die fallspezifische Anpassung vor Ort mit einer mobilen Test-Anlage. top
Lehre und internationale Kooperation
Der Forschungsverbund ist maßgeblich an drei internationalen Masterstudiengängen der Universität Bremen beteiligt: Ecology, Biochemistry and Molecular Biology und ISATEC (International Master in Aquatic Tropical Ecology. Die Forschungen des UFT stehen in einem Nachhaltigkeitskontext. Dies wird auch durch die Kooperation mit dem Forschungszentrum Artec, Forschungszentrum Nachhaltigkeit ermöglicht.
Das UFT steht in enger internationaler Kooperation, z.B. mit Institutionen in Polen, Rumänien, Thailand, China, Kamerun, Ägypten.
Förderperspektive
Durch die Wahl der Forschungsthemen bestehen gute Förderperspektiven auf nationaler und europäischer Ebene, was sich u.a. in der High-Tech Strategie der Bundesregierung mit den darin ausgewählten Innovationsfeldern Umwelttechnologien, Biotechnologie, Nanotechnologien, Produktionstechnologien und Mikrosystemtechnik widerspiegelt. Ohne Zweifel wird bedingt durch ihr enormes wissenschaftliches und wirtschaftliches Potential die Verbreitung von Nanomaterialien drastisch ansteigen, was zu einem erheblichen Eintrag in die Umwelt führen wird. Die Auswirkungen von Nanomaterialien auf die Umwelt sind bislang kaum untersucht.
Interdisziplinarität
Die Bearbeitung des Vorhabens ‚Nachhaltige biokompatible Produkte und Verfahren’ erfordert eine interdisziplinäre Plattform. Der Forschungsverbund verknüpft deshalb natur- und ingenieurswissenschaftliche Disziplinen mit sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Fachgebieten, was sich in der Zusammensetzung der Mitglieder und assoziierten Kompetenzträger widerspiegelt. Dadurch wird erreicht, dass für die Forschung entscheidende Themen wie z. B. Nachhaltigkeit, Risikokommunikation oder umweltrechtliche Aspekte (Chemikalienrecht, REACH Verordnung der Europäischen Union, Boden- und Gewässerschutz u.a.) hinreichend berücksichtigt werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Verbindung des UFT zum Forschungszentrum Nachhaltigkeit (artec) mit zahlreichen thematischen Anknüpfungspunkten und bereits bestehender Kooperation zu.
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