
"Much of life can be understood in rational terms, if expressed in the language of chemistry"
Arthur Kornberg, geb. 1918
Nobelpreisträger für Medizin/Physiologie 1959
Keynote Lecture
17. International Congress of Biochemistry and Molecular Biology
San Francisco 1997
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Nach einer Chemieausbildung an der Universität Kiel in den klassischen Fächern Anorganische, Organische und Physikalische Chemie, die im Curriculum weder durch biochemische noch durch biologische Aspekte ergänzt wurden, und einer Diplomarbeit in präparativer organischer Chemie führte mich mein Ausbildungsweg an ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. In der Abteilung Chemie dieses Instituts fand ich eine Kombination von chemischen und biologischen Arbeitsgebieten vor. Durch die Zusammenarbeit der Wissenschaftler in der Forschung und durch ein interdisziplinäres Seminar hatte sich in der Abteilung von Prof. Fritz Cramer ein transdisziplinäres Arbeitsklima entwickelt, das mich von Beginn an faszinierte.
Ausgehend von der präparativen organischen Synthese neuer Nucleosid- bzw. Nucleotid-Analogen fand ich schnell Kontakt zu den biochemisch und biologisch orientierten Wissenschaftlern. In persönlichen Gesprächen und durch die Seminare erlernte ich zunehmend mehr Vokabeln der mir bis dahin fremden Fachsprachen der Biologie und der Medizin.
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Ich habe meine interdisziplinären Forschungserfahrungen von Beginn an in meine Lehre in der Organischen Chemie eingebunden. Der glückliche Umstand, dass an der Universität Bremen Biologen und Chemiker in einem Fachbereich ausgebildet werden, gab mir Gelegenheit, nicht nur Chemiker allein an Struktur-Wirkungsfragen und an den derzeitigen Wissensstand darüber heranzuführen, sondern diesen Unterricht auch für Biologen und Chemiker gemeinsam anzubieten. Interessanterweise wurde dieses Angebot im Wahlpflichtbereich von den Chemiestudenten zunächst nur sehr reserviert angenommen, während die Biologiestudenten viel interessierter waren. Erst als ich Gelegenheit bekam, die Lehre auch im Pflichtbereich der Organischen Chemie nach dem Vordiplom durchzuführen, änderte sich die Situation.
Die gemeinsame Ausbildung erforderte eine Darstellung, bei der ich zum einen die Biologiestudenten in meinen Exkursen zu den chemischen Eigenschaften nicht verlieren durfte, zum anderen auch die Chemiestudenten für die biologischen Sachverhalte und ihre spezifische Fachterminologie interessieren musste. Besonders wichtig war dabei, die emotionalen Barrieren der Biologiestudenten gegenüber der Chemie zu überwinden und so überhaupt erst das Interesse an der chemischen Formelsprache als Basis zum Verständnis biologischer Prozesse zu wecken. Dies erforderte neue Vorgehensweisen bei der Darstellung der chemischen Sachverhalte.
Aus der Erfahrung, die ich mit zahlreichen verschiedenartigen Ansätzen dazu sammeln und erproben konnte, hat sich die Vorgehensweise als erfolgreich herauskristallisiert, die wir durchgängig auch im vorliegenden Lehrbuch einsetzen werden.
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