Profil
In einer Welt, die
ständig an Komplexität gewinnt und uns in zunehmenden Maße mit besorgniserregenden
Meldungen (z.B. Überschwemmungen, neuartige Erkrankungen, Rückgang der
Biodiversität) konfrontiert, steigt der Wunsch, Risiken rechtzeitig
erkennen, vermeiden oder zumindest einschränken zu können, um Mensch
und Umwelt Sicherheit zu gewähren. In diesem Zusammenhang nehmen auch
Bedarf und Interesse für die Risikoforschung stetig zu. Diese hat die
Aufgabe, neuartige Risiken zu identifizieren, zu charakterisieren und
zu beurteilen. So besteht von Behördenseite aus ein steigender Wissensbedarf
als Grundlage für gesetzliche Regelungen, und auch innerhalb der Industrie/Wirtschaft
gewinnt die rechtzeitige Erkennung und Vermeidung von Risiken nicht
nur an ökonomischer Bedeutung. Außerdem benötigt die oft verunsicherte
Bevölkerung in zunehmendem Maße verständliche Informationen und Beratung.
Ziele
Die Beantwortung von Fragen zum Thema "Risiko" kann nur in interdisziplinärer
Zusammenarbeit erfolgen. In diesem Forschungsbereich arbeiten deshalb die
Abteilungen Bioorganische Chemie und Allgemeine und Theoretische
Ökologie eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, Fragestellungen
zur Risikobewertung von Chemikalien sowie genetisch veränderten Organismen (GVOs) aufzugreifen.
Um Risiken für den Menschen und seine Umwelt identifizieren und charakterisieren
zu können, wird ein breites methodisches Spektrum benötigt, das im UFT innerhalb verschiedener Infrastruktureinheiten (Struktur-Wirkungs-Beziehungen
von Chemikalien, Instrumentelle Analytik, Testbatterie Ökotoxizität/Toxizität) zur Verfügung steht und ständig aktuellen
Erfordernissen angepasst wird. Eigene Daten und Datenmaterial aus Recherchen
werden dann mit Methoden der Szenarienbildung, der Modellierung, Extrapolation
und Prognose untersucht. Ziel ist es, Konzepte oder Modelle zu entwickeln,
mit deren Hilfe die Risiken identifiziert, analysiert und eingeordnet
werden können. Die prospektive ("vorausschauende") Risikoforschung nimmt
dabei bereits einen immer größeren Stellenwert ein. Als Beispiele seien
hier das "Nachhaltige Produktdesign" oder die "Bewertungskonzepte von
Risiken bei der Freisetzung von GVOs" genannt. Ziel ist es aber auch,
weiterhin retrospektive ("rückblickende") Untersuchungen durchzuführen,
um
Wirkungs-zusammenhänge erkennen und beschreiben zu können. Diesbezüglich
werden durch die ständige Entwicklung und Optimierung neuer Methoden
immer umfangreichere und bessere Untersuchungsmöglichkeiten geschaffen.
Neue automatisierte Verfahren erlauben es beispielsweise, zeitnah hohe
Probenmengen zu bearbeiten.